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Islamische Bestattung in Schleswig-Holstein

Sind islamische Grabfelder und sarglose Bestattungen in Schleswig-Holstein möglich?

Schleswig-Holstein hat die klarste Regelung aller Bundesländer zur Bestattung ohne Sarg. § 26 Abs. 4 Satz 1 des Bestattungsgesetzes lautet: „Der Friedhofsträger eines kommunalen oder Simultanfriedhofs hat die Bestattung ohne Sarg auf den Willen der verstorbenen Person hin zuzulassen.“ Das ist kein Ermessen der Verwaltung. Seit der Neufassung zum 1. Januar 2025 genügt der Wille der verstorbenen Person, ein religiöser Grund muss nicht mehr nachgewiesen werden.

Die Regelung gilt für kommunale und Simultanfriedhöfe. Kirchliche Träger fallen nicht darunter, und mehrere muslimische Grabfelder im Land liegen auf kirchlichem Grund. Wie die Bestattung dort abläuft, steht in der jeweiligen Friedhofsordnung.

Muslimische Grabfelder in Schleswig-Holstein

Ort Friedhof Bestattung im Leichentuch
Lübeck Waldhusen (kommunal) In der Satzung geregelt (§ 6 Abs. 2). Holzrahmen der Friedhofsverwaltung vorgeschrieben
Elmshorn Städtischer Friedhof (kommunal) In der Satzung geregelt (§ 13 Abs. 6). Das Grabfeld ist nach Mekka ausgerichtet
Norderstedt Friedrichsgabe (kommunal) In der Satzung geregelt (§ 8 Abs. 3). Schriftlicher Antrag nötig
Neumünster Gadeland (kirchlich) Ausnahme nach § 8 Abs. 1 möglich, Genehmigung im Einzelfall
Rendsburg Klint, muslimischer Teil (kommunal) Die Friedhofsordnung verweist in § 58 auf islamische Regeln. Das Leichentuch nennt sie nicht
Kiel Ostfriedhof (kommunal) Nicht öffentlich geregelt. Wir fragen bei der Verwaltung nach
Ahrensburg Friedhof Bornkampsweg, Feld 16a (kirchlich) Nicht geregelt. Die Gebührenordnung nennt nur Sargbeisetzungen
Flensburg Friedenshügel (kommunal) Nach Angabe der Friedhofsverwaltung ausschließlich Sarggräber. Waschraum im angeschlossenen Krematorium vorhanden
Itzehoe Waldfriedhof (kirchlich) 2019 angekündigt, aktueller Stand nicht belegt. Wir fragen nach
Pinneberg kein Grabfeld auffindbar Wir fragen bei beiden Friedhofsträgern nach

Stand der Erhebung: 9. September 2026. Grundlage sind Friedhofssatzungen, Friedhofsordnungen und amtliche Bekanntmachungen der genannten Städte.

Was diese Übersicht nicht sagt

Ob ein Friedhof die Beisetzung im Leichentuch zulässt, steht nicht immer in seiner Satzung. Manche Träger haben ihre Satzung nie geändert und lassen sie trotzdem zu. Ein Schweigen der Satzung ist deshalb kein Nein.

Umgekehrt gilt dasselbe. Flensburg hat ein ausgewiesenes muslimisches Grabfeld und einen Waschraum im angeschlossenen Krematorium. Nach Angabe der Friedhofsverwaltung wird dort aber ausschließlich in Sarggräbern bestattet. Wer sich auf das Grabfeld allein verlässt, erlebt vor Ort eine Überraschung.

Wir sprechen mit den Friedhofsverwaltungen und tragen die Auskunft mit Datum auf der jeweiligen Ortsseite ein. Was wir nicht wissen, steht als offen da.

Was wir übernehmen

Wir sind ein Bestattungsunternehmen mit Meisterbetrieb in Lübeck und arbeiten landesweit. Die rituelle Waschung (Ghusl) und das Einhüllen in den Kaffan führen wir durch oder begleiten die Angehörigen dabei. Wir klären mit der Friedhofsverwaltung, was am jeweiligen Ort möglich ist, melden den Sterbefall bei den Behörden an und organisieren die Überführung, auch ins Ausland.

Erreichbar sind wir rund um die Uhr. Im Trauerfall zählen die ersten Stunden, weil die Bestattung nach islamischem Verständnis so bald wie möglich stattfinden soll.